Was ist Mediation und was versteht man unter Konfliktkultur
Mediation ...
- kommt aus dem Lateinischen und heißt nichts anderes als Vermittlung.
- nutzt die positive Wirkung von Konflikten.
- stellt Bedürfnisse und Interessen in den Vordergrund, nicht rechtliche Ansprüche oder Positionen.
- basiert auf dem Grundsatz, dass die Parteien selbst die Experten für ihren speziellen Konfliktfall sind. Nur sie selbst kennen deshalb auch die beste Lösung für ihre Probleme. Ein Mediator trifft daher am Ende keine Entscheidung.
- unterstützt die Beteiligten auf dem Weg zu einer selbst erarbeiteten, für sie tragfähigen Lösung. Der Mediator gibt gemeinsamen Gesprächen einen Rahmen, strukturiert den Ablauf, legt mit Hilfe spezieller Gesprächstechniken die hinter Positionen verborgenen Interessen der Parteien frei und fördert so die gemeinsame Ideensuche und Entwicklung von Lösungsoptionen.
Mediation ist ...
- ein fall- und problemspezifisches Konfliktbearbeitungsverfahren,
- in dem alle am Konflikt Beteiligten gemeinsam
- mit Unterstützung des allparteilichen Dritten (MediatorIn)
- freiwillig, eigenverantwortlich und ergebnisoffen
- eine für die Zukunft tragfähige und allseitig vorteilhafte Konfliktregelung erarbeiten.
Mediation verläuft ...
in sechs Verfahrensschritten:
- Phase 1: Auftragsklärung und Vorbereitung (Kontaktaufnahme, Klärung des Teilnehmerkreises, Festlegung von Rahmenbedingungen)
- Phase 2: Einführung in das Verfahren (Klärung von Fragen, Erwartungen oder Befürchtungen der Beteiligten bzgl. des Verfahrens, Informationen über den Ablauf und wesentliche Prinzipien, Abschluss einer Mediationsvereinbarung)
- Phase 3: Informations- und Themensammlung (erste Konfliktanalyse, Informationsausgleich, Herausarbeitung der regelungsbedürftigen Punkte in Form einer Themen- oder Anliegenliste, Einigung auf die Reihenfolge der Besprechung)
- Phase 4: Dialog (der Themenliste folgend Schritt für Schritt Herausarbeitung, was dem Einzelnen an dem jeweils besprochenen Punkt besonders wichtig ist, was er sich wünscht, welche Befürchtungen er hegt, Motive seines Handelns, Beweggründe)
- Phase 5: Lösungssuche und –auswahl (auf der Basis größeren gegenseitigen Verständnisses nunmehr gemeinsame Sammlung von Lösungsmöglichkeiten, anschließend Bewertung der verschiedenen Ideen anhand fallspezifischer Auswahlkriterien, Auswahl einer oder mehrerer Lösungen)
- Phase 6: Vereinbarung und Umsetzung (Festlegung konkreter Umsetzungsmaßnahmen für die ausgewählte(n) Lösung(en), Abschluss einer gemeinsamen Vereinbarung oder eines Vertrages)
Mediation als Konfliktregelungsinstrument ...
ist ein Baustein einer konstruktiven Konfliktkultur .
Konstruktive Konfliktkultur beinhaltet als Bestandteil der Unternehmenskultur den bewussten Umgang mit Konflikten im Unternehmen. Dabei geht es darum, Konflikte zu erkennen, ihre Struktur zu analysieren und mit diesem Wissen Maßnahmen zur konzeptgetragenen Konfliktprävention und systematisch-wertebasierten Konfliktlösung zu ergreifen.
Mittel zum Aufbau und Erhalt einer positiven Konfliktkultur sind etwa:
- Leitsätze und Prinzipien zum Umgang mit Konflikten
- Kontinuierliche Maßnahmen zur Entwicklung, Verbesserung und Erhaltung der bestehenden Konfliktkompetenzen der Mitarbeiter
- Förderung einer offenen Kommunikationskultur
- Systematische Anwendung konfliktspezifischer Lösungsmechanismen, wie etwa Konfliktlotsen als feste Ansprechpartner für alle Arten von Konflikten im Unternehmen, moderierte Konfliktgespräche oder Mediation
- Einbindung aller Einzelmaßnahmen in ein auf Dauer angelegtes Konzept zum konstruktiven Umgang mit Konflikten im Unternehmen (Konfliktmanagementsystem)
